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Macht

Drittes Königreich: Macht

"Die meisten Bürger dieses Königreiches sind arbeitsam und gesetzestreu. Hier gibt es eine eindeutig festgelegte soziale Hierarchie, die jedem seinen Platz in diesem Gefüge genau zuweist. Arbeit, Loyalität zu Familie und Nation, Gehorsam gegenüber Regierung und Kirche werden als höchste Tugend bewertet." (S.53 f.)
"Die - zumeist männlichen - Philosophen und Psychologen, die als weise erachtet werden, legen großen Wertauf die Entwicklung eines starken Ego, pragmatischer Intelligenz und einer realistischen Weltsicht. Gewöhnlich sehen sie im Willen, in der Vernunft und im Handeln den Mittelpunkt der menschlichen Persönlichkeit." (S. 54)
"Die eigentliche Tragik unseres Alltags beruht auf der Tatsache, dass die meisten heutigen Staatsbürger auf dieser Stufe der Entwicklung stehen bleiben und nichts höher einschätzen als die Macht, welche soziale Stellung, Arbeit und Kampf verleihen." (S. 58)
"Der leistungsfähige/potente Mann ist der ideale Mensch, und wir erwarten vom 'normalen' Mann, daß er hart, unnachgibig und schwer zu übertölpen sei. ... Unser dominantes 'Männlichkeitsbild' zeigt das, was Karen Horney als neurotische Meisterung des Lebens bezeichnet. ... Auf der höchsten Stufe der Potenz und Macht-Hierarchie steht der Krieger, der Mann, der im Dienste der Macht zu Gewalt bereit ist. (S. 59)
Bei jenen Menschen, die sich für immer im Königreich der Macht niederlassen, besteht die Gefahr, daß die nach Zeugung strebende Sexualität sich in Arbeit oder Kampf wandelt. Produktion und Wettbewerb verdrängen alles andere - an die Stelle der sexuellen Freude oder der schöpferischem Kraft tritt der Potenzbeweis." (S. 64 f.)
"Die andre weitverbreitete Pervertierung des Sexuallebens unter den Machtbesessenen ist Liebe in Form höflicher Kriegsführung." (S. 66) Die Frau will wie fremdes Land "erobert" werden., Strategien werden erdacht, um die Frau ins Bett zu "kriegen".
"Die Ansicht, Sex als Kampf und Eroberung zu verstehen, war bis vor kurzem mehr bei den Männern als bei den Frauen zu finden. Aber in den letzten Jahren hat sich der weibliche Teil unserer Spezies das Recht auf 'Angriff' für sich geltend gemacht, womit der Kampf zwichen den Geschlechtern eskalierte." (S. 67)

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